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Sportarten im Rückencheck: Worauf man beim Joggen, Golf, Reiten und Co. achten sollte

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Sport ist für viele Menschen ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Er bietet nicht nur körperliche Bewegung und Entspannung, sondern stärkt auch die Wirbelsäule und den gesamten Stützapparat. Bei der Auswahl einer Sportart ist es jedoch wichtig, nicht nur die persönlichen Vorlieben zu berücksichtigen, sondern auch die Rückenfreundlichkeit der Aktivität, insbesondere bei bestehenden Rückenbeschwerden. Dr. Munther Sabarini, Neurochirurg und Gründer der Avicenna Klinik in Berlin, bewertet verschiedene Sportarten hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Rückengesundheit. Hier sind seine Einschätzungen zu 10 Sportarten:

Joggen

Unter den verschiedenen Laufdisziplinen belastet Joggen die Wirbelsäule und Gelenke am stärksten. Um die Gelenke zu entlasten, sollten Jogger harte Asphaltstraßen oder unebenes Gelände meiden und auf weichem, ebenem Untergrund laufen. Joggen stärkt bis zu 90 Prozent der Muskulatur und beugt bei regelmäßiger Durchführung auch Osteoporose vor. Personen mit Übergewicht sollten jedoch vorsichtig sein und gegebenenfalls andere Sportarten in Betracht ziehen.

Radfahren

Fahrradfahren gilt als gelenkschonender Ausdauersport, insbesondere wenn man in aufrechter Haltung sitzt. Die richtige Einstellung von Rahmen, Lenker und Sattel zur Körpergröße ist wichtig, um den Rücken zu schonen. Da beim Radfahren die Rumpfmuskulatur wenig trainiert wird, empfiehlt sich ein ergänzendes Training für den Rücken.

Schwimmen

Die Bewegungen im Wasser entlasten die Wirbelsäule und die Muskeln. Der Auftrieb des Wassers macht den Körper schwerelos und schont die Gelenke. Schwimmen trainiert die Rumpfmuskulatur und stärkt das Herz-Kreislauf-System. Menschen mit Beschwerden an der Halswirbelsäule sollten jedoch bestimmte Schwimmtechniken meiden.

Golf

Bei Golf können falsche Bewegungen zu Problemen im Rücken führen. Ein rückenschonender Schwungablauf und eine gut trainierte Rückenmuskulatur sind wichtig. Bestimmte Bewegungen sollten vermieden werden, um Belastungen und Verspannungen zu vermeiden.

Tennis, Badminton und Squash

Sportarten mit Aufschlagbewegungen, Überstreckungen und Drehbewegungen belasten die Rückenmuskulatur. Beim Tennisspielen wirkt die Kombination aus Rotation und extremer Seitneigung besonders stark auf die Wirbelsäule. Auch Squash beinhaltet abrupte Stopp- und Start-Bewegungen. Trotz Rückenschmerzen ist es ratsam, aktiv zu bleiben und durch ergänzendes Training die Rückenmuskulatur zu stärken.

Reiten

Reiten ist nahezu ideal für einen gesunden Rücken. Beim Reiten wird die Wirbelsäule aufgerichtet und die Bewegungen des Pferdes müssen permanent ausgeglichen werden. Dadurch werden nicht nur der untere Rücken, sondern auch kleine Muskeln aktiviert, die sonst weniger beansprucht werden. Reiten trainiert zudem die Beckenbodenmuskulatur und verbessert Balance, Koordination und Beweglichkeit.

Fuß-, Hand- und Basketball

Ballsportarten, die abrupte Stoppbewegungen, schnelle Drehungen und Überstreckungen beinhalten, stellen eine hohe Belastung für die Rückenmuskulatur und die Wirbelsäule dar. Eine gute Rückenmuskulatur und eine korrekte Technik sind wichtig, um Verletzungen zu vermeiden.

Gymnastik und Yoga

Regelmäßige Gymnastik stärkt das Muskelkorsett und entlastet die Wirbelsäule. Dehnungs- und Kräftigungsübungen verbessern die Durchblutung der Muskulatur und verringern den Muskeltonus. Gymnastik und Yoga sind daher gut geeignet, um Rückenschmerzen vorzubeugen und die Rückengesundheit zu fördern.

Nordic Walking und Wandern

Walking und Nordic Walking sind gelenkschonende Ausdauersportarten, die den Flüssigkeitsaustausch der Bandscheiben anregen und die Rumpfmuskulatur trainieren. Diese Sportarten sind besonders geeignet für Menschen mit Rückenproblemen oder Übergewicht.

Tanzen

Tanzen ist eine gute Möglichkeit, trotz Rückenbeschwerden aktiv zu bleiben. Eine aufrechte Körperhaltung, Koordination und Körperwahrnehmung werden geschult. Je nach Tanzart und Intensität kann auch die Ausdauer gestärkt werden.

Bei der Wahl einer Sportart ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse und gesundheitlichen Einschränkungen zu berücksichtigen. Im Falle von Rückenbeschwerden oder Vorschäden ist es ratsam, einen Arzt oder Physiotherapeuten zu konsultieren, um die richtige Sportart und die korrekte Ausführung der Übungen zu ermitteln. Ein Bandscheibenvorfall ist eine ernsthafte Verletzung, die durch unsachgemäße Bewegungen beim Sport verursacht werden kann und medizinische Behandlung erfordert.

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