Finanzen

Optionshandel: Definition und Funktionsweise

Definition des Optionshandels
315Ansichten

Was ist eine Option?

Bei einer Option handelt es sich um einen bedingten Terminkontrakt. Der Käufer erwirbt dabei das Recht, den Basiswert (Underlying) während einer gewissen Laufzeit oder an einem bestimmten Datum zu kaufen bzw. verkaufen. Dabei wird ein fixer Preis vereinbart. Dieses Recht kann der Käufer ausüben, muss er aber nicht. Der Verkäufer der Option hingegen verpflichtet sich im Falle einer Ausübung zum Verkauf bzw. Kauf zum festgelegten Preis.

Was sind mögliche Basiswerte?

Beim Optionshandel können laut banxbroker.de grundsätzlich alle handelbaren Güter als Basiswerte zugrunde liegen. Am bedeutendsten für den privaten Anleger sind Aktien. Daneben sind auch Rohstoffe, Getreide, Indizes, Währungen, Anleihen und Exchange Trading Fonds weitere Möglichkeiten.

Was für Optionsarten gibt es?

Es kann zwischen einer Kauf-Option und einer Verkaufs-Option unterschieden werden.

  • Kauf-Option (Call): Der Käufer erwirbt die Möglichkeit, den Basiswert zum festgelegten Basispreis zu kaufen. Der Verkäufer hat im Falle einer Ausübung die Pflicht, den Basiswert zum Basispreis zu verkaufen.
  • Verkaufs-Option (Put): Der Basiswert kann bei der Ausübung vom Käufer zum vereinbarten Basispreis verkauft werden. Der Verkäufer der Option verpflichtet sich bei einer Ausübung, den Basiswert zum festgelegten Preis zu kaufen.

Optionshandel: Welche Ausübungsvarianten können gewählt werden?

Beim Optionshandel wird eine von den folgenden Ausübungsarten vereinbart:

  1. Amerikanische Option
    Bei dieser Variante kann die Option jederzeit vor dem festgelegten Verfallsdatum ausgeübt werden. Sie bietet die größte zeitliche Flexibilität für den Optionskäufer.
  2. Bermuda-Option
    Im Unterschied zur amerikanischen Option kann die Ausübung nicht an jedem Handelstag erfolgen. Es stehen jedoch mehrere Termine zur Auswahl.
  3. Europäische Option
    Die europäische Option ist die zwingendste Ausübungsart. Die Option kann nur am vertraglich festgelegten Verfallsdatum ausgeübt werden.

Was bestimmt den Preis einer Option?

Der Preis wird durch eine komplexe Berechnung aus einer Vielzahl an Faktoren bestimmt. Es ist dabei wichtig, sich vor jeder Investition in einen Optionsschein mit diesen Faktoren zu beschäftigen. Es gibt zwei Hauptkomponenten, die den Kurs bestimmen. Zum einen ist das der innere Wert, zu anderen der Zeitwert.

Einflussfaktoren auf den inneren Wert:

Preis des Basiswerts und der Basispreis: Der Preis eines Call-Optionsscheins steigt, je höher der Preis eines Basiswerts über dem Basispreis ist. Genau umgekehrt ist es bei einer Put-Option.

Berechnung des inneren Werts:

Call-Option: Differenz zwischen dem Kurs des Basiswerts und dem Basispreis.
Put-Option: Differenz zwischen dem Basispreis und Kurs des Basiswerts.

Einflussfaktoren auf den Zeitwert:

  • Volatilität: Die implizite Volatilität beschreibt die künftig zu erwartenden Schwankungen im Preis des Basiswerts. Diese Werte können sich laufend je nach Marktumfeld und Kursentwicklung ändern. Zudem ist die erwartete Volatilität abhängig vom Basiswert und von der Restlaufzeit. Grundsätzlich erhöht eine steigende Volatilität den Preis von Put- oder Call-Optionen und umgekehrt.
  • Restlaufzeit: Der Preis einer Option sinkt tendenziell mit abnehmender Restlaufzeit, wobei die Verluste gegen Ende der Laufzeit überproportional ansteigen.
  • Zinsniveau: Veränderungen bei den Zinsen verbilligen oder verteuern die Finanzierung bei Calls und die Zinserträge bei Puts. Dadurch führen steigende Zinsen zu einem Preisanstieg bei einer Call-Option und zu einer Preissenkung bei einer Put-Option.
  • Dividendenerwartungen: Bei Optionsscheinen auf Aktien und ausgewählten Indizes sind die erwarteten Dividendenzahlungen miteingepreist. Änderungen bei den Dividendenerwartungen haben daher einen direkten Einfluss auf die Preise von Optionen. Wird eine höhere Dividende erwartet, steigt der Preis von Put-Optionen, während Call-Optionen billiger werden.

Wozu können Optionen genutzt werden?

Hedging

Mithilfe von Optionen können Risiken begrenzt werden. Beispielsweise kann sich ein Investor mit dem Kauf einer Put-Option zu einem Basispreis in der Nähe des aktuellen Kursniveaus gegen prognostizierte Kursverluste einer Aktie absichern. Tritt die Voraussage ein, kann der Käufer der Option sein Recht ausüben und die Aktie zum vereinbarten Basispreis verkaufen. Somit können die eigenen Verluste minimiert werden.

Kauf von Zeit für die korrekte Entscheidung

Ist die Unsicherheit eines Anlegers vor einem Trade in einem bestimmten Markt groß, so kann durch den Erwerb einer Option Zeit gekauft werden. Diese kann genutzt werden, um den Markt weiter zu beobachten. Bei der gewünschten Entwicklung kann der Trade zum vereinbarten Basispreis ausgeübt werden, ansonsten ist nur der bezahlte Preis der Option verloren.

Spekulation

Da der Optionspreis abhängig ist vom Preis des Basiswerts, kaufen Spekulanten Optionen mit der Absicht, sie später wieder gewinnbringend zu verkaufen.

Welche Risiken gibt es beim Optionshandel?

  • Wertveränderungen des Kontraktes/Basiswerts: Entspricht die Wertentwicklung des Basiswerts nicht den eigenen Erwartungen zum Zeitpunkt des Kaufs, so kann der Optionspreis teilweise oder ganz verloren gehen.
  • Anschaffung des Basiswerts bei Leerverkäufen von Call-Optionen: Beim Verkauf einer Call-Option ohne den Basiswert zu besitzen (Leerverkauf) besteht das Risiko, diesen zu einem sehr hohen Marktwert zurückkaufen zu müssen. Das Risiko ist dabei theoretisch sogar unbegrenzt.
  • Erschwerte oder unmögliche Glattstellung: Zur Beschränkung von Preisfluktuationen ist die Börse berechtigt, für bestimmte Kontrakte Preislimiten festzulegen, was das Glattstellen erschweren oder gar verunmöglichen kann.
  • Barausgleich / Effektive Lieferung: Beim Barausgleich bezahlt der Käufer der Option nur die Differenz zwischen dem vereinbarten Preis beim Abschluss der Option und dem Marktpreis zum Zeitpunkt der Erfüllung. Bei der effektiven Lieferung muss der komplette Kontraktwert bezahlt werden, was eine höhere Liquidität des Anlegers voraussetzt.

Eine Antwort hinterlassen