Gesundheit

Corona: So geht die Schweiz mit der Pandemie um

Corona in der Schweiz
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Mit rund 423.299 Corona-Fällen insgesamt sowie 6431 Todesfällen (Stand 23. Dezember 2020; Quelle: Bundesamt für Gesundheit) hat die Schweiz prozentual mehr Erkrankte und Todesopfer zu beklagen als Deutschland, Frankreich oder die Niederlande – aber weniger Todesfälle als beispielsweise das Vereinigte Königreich. Die 14-Tage-Inzidenz ist mittlerweile mit 657,5 Infektionen pro 100.000 Einwohner fast doppelt so hoch wie in Deutschland.

Im Folgenden wird der Umgang der Schweiz mit der Corona-Pandemie analysiert: Welche Maßnahmen sind wann ergriffen worden? Gibt es Kritik an der Strategie der Regierung?

Der bisherige Verlauf der Corona-Pandemie in der Schweiz

Die ersten Fälle des neuartigen Coronavirus treten in der Schweiz Ende Februar 2020 auf. Sie sind alle auf Reiserückkehrer aus Italien zurückzuführen. Im März steigen die Neuinfektionen auf bis zu 1464 pro Tag (Quelle: News Schweiz). Im Laufe des April sinken sie kontinuierlich. Im Mai und Juni bewegen sich die Fallzahlen in der Schweiz auf einem konstant niedrigen Niveau – erst ab Juli steigen die täglichen Infektionen wieder etwas an. Im Oktober folgt ein rapider Anstieg der Fallzahlen; am 2. November wird ein Höchststand von 10.556 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet. Seit Ende November sinken die Werte wieder etwas.

Von der Schweizer Regierung getroffene Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus

Ende Februar 2020 werden Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen untersagt. Am 16. März müssen sämtliche nicht lebensnotwendigen Betriebe schließen. Der Großteil der Beschränkungen wird zwischen April und Juni stufenweise wieder aufgehoben.

Seit 25. Juni ist die Tracing-App Swiss-Covid verfügbar, die Nutzung ist freiwillig.

Vom 1. Juli an gilt eine Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln. In der zweiten Oktoberhälfte 2020 wird die Maskenpflicht auf alle öffentlich zugänglichen Gebäude sowie Arbeitsplätze und Schulen erweitert. Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen werden untersagt.

Vom 22. Dezember 2020 an werden Restaurants, Bars und Kultureinrichtungen für mindestens einen Monat geschlossen. Auch der Sportbetrieb wird eingeschränkt, allerdings bleiben die Skipisten in den meisten Kantonen geöffnet. Die einzelnen Kantone haben allerdings die Möglichkeit, die schweizweiten Maßnahmen auszusetzen – sofern dort die Reproduktionszahl unter 1 und der 7-Tage-Inzidenzwert unter dem nationalen Durchschnitt liegt. Dadurch bleiben beispielsweise im Kanton Wallis die Skirestaurants bis zum Abend des 26. Dezember geöffnet.

Kritik am Umgang der Regierung mit der Pandemie

Kritisiert wird vor allem der Umgang mit dem Skitourismus. Zu Beginn der Skisaison 2020/2021 sind in den angrenzenden Staaten Frankreich, Deutschland und Italien die Sorgen vor vielen Skireisen der eigenen Staatsbürger in die Schweiz groß, da in den genannten Ländern die Skigebiete geschlossen sind. Im Verlauf des Winters wird die Kritik jedoch auch innerhalb der Schweiz laut: Durch die in mehreren Kantonen weiterhin geöffneten Skigebiete kommen zusätzlich zu den Corona-Patienten auch zunehmend Opfer von Skiunfällen als Notfall in die Intensivstationen der Krankenhäuser.

Aber nicht nur der Umgang mit dem Skitourismus ist ein Kritikpunkt: Allgemein wird die eher zurückhaltende Corona-Politik der Regierung angeprangert. Die Intensivstationen der Krankenhäuser sind teilweise an ihrer Kapazitätsgrenze. Dies wird auch auf das vergleichsweise späte und eher zurückhaltende Handeln der Regierung zurückgeführt.

Umgang der Schweizer Regierung mit der in Südafrika und Großbritannien erstmals aufgetretenen Mutation des Coronavirus

Im Dezember wird in Großbritannien und Südafrika eine Mutation des Coronavirus nachgewiesen welche sich schneller verbreitet als das bisher bekannte Virus. Die Schweiz reagiert am 21. Dezember, ebenso wie viele EU-Länder, mit einem Einreiseverbot sowie einer rückwirkenden Quarantäne für Personen aus den beiden betroffenen Staaten. Eine Herausforderung stellt jedoch das Zurückverfolgen der bereits im Land befindlichen britischen Touristen sowie die konsequente Durchsetzung der Quarantänepflicht dar: Bei Inkrafttreten der Quarantäneregelung halten sich schätzungsweise rund 10.000 britische Skitouristen in der Schweiz auf.

Zulassung der Corona Impfstoffe in der Schweiz

Der Impfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech wird am Samstag, dem 19. Dezember 2020 regulär zugelassen, zwei Tage vor der Zulassung durch die EU-Kommission. Am 23. Dezember wird in den ersten Kantonen mit der Verimpfung begonnen. Die Zulassung der Impfstoffe der Hersteller Moderna und AstraZeneca stehen noch aus. Die Schweiz hat jedoch auch mit diesen Herstellern bereits Verträge über die Lieferung von insgesamt 15,8 Millionen Impfdosen geschlossen.

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