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Donnerstag, 09. September 2010

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Hacker vs. Script-Kiddies (1/2)

Die Hacker werden alt. Die erste Generation der Netzwerkknacker kommt in die Jahre, will sich nicht mehr Hacker nennen lassen, sondern "Cracker" - und schimpft auf den Nachwuchs, die neue Generation: Script Kiddies.

Auf der Tastatur herumhacken kann ja jeder. Aber ein Netzwerk knacken, das schaffen nur die ganz harten Burschen. Leider haben sie es bis heute nicht geschafft, den Medien zu verklickern, dass sie "Cracker" genannt werden möchten. Und nicht "Hacker".

Die ganz harten Burschen von damals: sie sind inzwischen Familienväter und haben einen Bierbauch. Ein Skript-Kiddie ist zwischen 12 und 16 Jahren jung. Und gilt unter Hackern als niederste Form des Lebens. Skript-Kiddies sind keine Programmierkünstler und wissen gar nicht genau, was sie tun - wenn sie mit Skripten herumspielen, die sie aus dem Internet herunterladen.

Statt "herunterladen" könnte man auch "klauen" sagen. Das sagen tatsächlich die herkömmlichen Hacker. Doch damals wie heute galt: Wenn jemand einen Skript herunterladen kann, muss ihn vorher jemand anders hochgeladen haben. Was jemand hochlädt, ist zum Download bestimmt.

Warum werfen die Hacker den Script Kiddies vor, sie würden etwas klauen - ausgerechnet die Hacker, die ja ohne Datenklau gar keine Hacker wären? Wie heißt noch gleich das zweite Gebot der Hackerszene, nach Steven Levy: "Alle Informationen sollten frei sein."

Der Streit muss wohl ein Generationenkonflikt sein. Denn es drängt sich die Frage auf: Hat denn früher jeder Hacker das Rad höchstpersönlich neu erfunden - oder hat er sich bei seinen Kollegen ein paar Tricks abgeschaut? Zwar gilt der Vorwurf des Methodenklaus als größte Beleidigung unter Hackern. Aber warum haben sich die Hacker dann überhaupt zusammengeschlossen? Um Cola zu trinken - oder um sich auszutauschen?

Der deutsche Hackerverein "Chaos Computer Club" hatte seine glanzvollste Zeit in den 80-er Jahren. Damals wurde der deutsche Internet-Vorläufer "Bildschirmtext" mehrfach gehackt. Wäre das ein Werk von genialen Einzelgängern gewesen, wofür braucht man dann einen Verein? Heutzutage tauscht man sich halt nicht mehr im Verein aus, sondern in der "Community". In der weltweiten Community des Internets. Und dieser Verein ist groß, der Austausch klappt einfacher und schneller.

Die alten Hacker sind neidisch darauf, wie leicht es die Jugend heute hat. "Vor zehn Jahren musstest Du stundenlang warten, bis deine Lieblings-Underground-BBS-Leitung frei war", erinnert sich Weld Pond in einem Kommentar für das amerikanische ZDNet. "Dann musstest Du durch Textverzeichnisse scrollen, bei 2400 Baud (ungefähr hundertmal langsamer als ein Highspeed-Modem heute) und die Files aussuchen, die Du runterladen wolltest. Der Download konnte die ganze Nacht dauern."




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