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Donnerstag, 09. September 2010
internetzugang
Internetzugang über die Steckdose (1/2)
150fache ISDN-Geschwindigkeit soll der Internetzugang über die Steckdose bringen - schon jetzt sind in Deutschland beeindruckende Surfgeschwindigkeiten möglich: Fast dreimal schneller als mit DSL flitzt man seit kurzem auf der "RWE-Powerline" durchs Netz.
Das Wundergerät heißt "PLC-Hauskoppler". Wer dieses Gerät im Keller hat, verzaubert seine Steckdosen. Denn der Hauskoppler kann die Signale einer speziellen Powerline-Ortsnetzstation empfangen, umwandeln - und verwandelt dann alle Steckdosen im Haus in Internetzugänge. Und zwar in superschnelle Standleitungen. PC-Kabel in die Steckdose und los - ganz so einfach ist es also nicht. Man braucht den Hauskoppler und man braucht spezielle neuartige Modems. Aber vor allem: Man braucht eine Powerline-Ortsnetzstation in der Nähe. In Deutschland gibt es sie nur in Essen und Mülheim. Aber bald sollen weitere Städte folgen. Die RWE spannt ihr Powernet über das Ruhrgebiet - Dortmund und Duisburg - bis nach Bochum, und dann hinein ins Rheinland nach Düsseldorf, bis nach Köln und Bonn. Leider zunächst nur die Städte, nicht die ländlichen Gebiete an Rhein und Ruhr werden davon profitieren. Die RWE will danach ihre weiteren Versorgungsgebiete anschließen, in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Bayern. In anderen Regionen Deutschlands werkeln die Stromversorger ebenfalls an ihren Leitungen. Vorreiter ist hier hauptsächlich Baden-Württemberg. Die MVV Energie AG in Mannheim ist durchgestartet, unter dem Namen "Vype" - nicht in Großstädten, sondern auf dem Land: in Neckarau, Niederfeld und Lindenhof. Internet aus der Steckdose bietet außerdem in Ellwangen die EnBW Telekommunikation GmbH, die dem Stromkonzern Energie Baden Württemberg AG (EnBW) gehört. Projekte gibt es in vielen weiteren Städten, doch auf dem Markt sind erst wenige. Währenddessen wird die Funktion des RWE-Powernets noch erweitert. In wenigen Monaten soll man per Stromleitung auch telefonieren können. Was die Preise betrifft: Das Modem, wie alle neuartigen Geräte, wird vergleichsweise teuer. Derzeit kostet es zwischen 150 und 350 Mark. Das Geschäft mit der Hardware machen in Deutschland übrigens Schweizer: Der Hersteller Ascom liefert viele Geräte - nachdem Siemens aus dem Zukunftsmarkt ausstieg.
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