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Donnerstag, 09. September 2010
Web-Konzeption
Webdesign-Fehler kosten Kunden (1/3)
Man nehme einen mehr oder minder guten HTML-Editor, ein Grafikprogramm, ein paar Fotos und
stricke sich daraus einen Internet-Auftritt, um endlich auch "drin" zu sein. Was dabei - selbst
bei teuer bezahlten Webdesign-Agenturen - herauskommt, jagt einem oftmals kalte Schauer über
den Rücken. Eine fehlerfreie Homepage scheint es ebenso wenig zu geben wie ein fehlerfreies
Windows, und kleinere Fehler wie etwa ein mittlerweile "gestorbener" Link der ins Nichts führt
sind zu verschmerzen, solange solche Fehler schnellstmöglichst vom Webmaster korrigiert
werden.
Doch nicht wenige Websites erwecken den Eindruck, als habe der verantwortliche Entwickler die Seite vor dem Upload nicht 1x getestet oder aber es sind zahlreiche Userabschreckende "Fallen" eingebaut, die technisch zwar völlig in Ordnung sind, allerdings aus psychologischen Gründen zum sofortigen Verlassen der Seite führen. So gibt es beispielsweise zahlreiche Seiten, bei denen der User erst einmal seine persönlichen Daten eintragen muss, ehe er die Homepage überhaupt richtig benutzen kann. Überlegen Sie einmal selber: Wie oft ist es Ihnen persönlich schon so ergangen, dass Sie beim Auftauchen eines "Login-Buttons" die Seite wieder verlassen haben, weil Sie ja nur mal kurz einen Blick reinwerfen möchten, ohne sich dauerhaft als Nutzer registrieren zu lassen? Sehen Sie, und anderen Usern ergeht es nicht anders. Selbstverständlich sind persönliche Daten wichtig - wenn es Sinn macht. Während es keinen Grund gibt, für die Benutzung einer Homepage persönliche Daten preiszugeben, sind Abfragen nach Wohnort und nach der E-Mail-Adresse bei Formularen zur Kontaktaufnahme durchaus sinnvoll. Nicht selten trudeln auch bei uns E-Mails ein, bei denen die Absenderadresse über verschlungene Pfade verloren ging. Bei größeren Betrieben werden E-Mails oftmals auch ausgedruckt, auch dabei kann die Absender-Adresse verloren gehen. Und bei Katalogbestellungen oder ähnlichem lässt sich selbst die Erfassung der Wohnanschrift nicht verhindern, denn wohin sollte der Katalog sonst geschickt werden? Traurig nur, dass uns immer wieder Formulare unter die Augen kommen, die scheinbar von fingerlosen Mäuseschubsern entwickelt wurden. Beim Eintippen in Formulare haben wir jedenfalls die Hände auf der Tastatur und navigieren mit der TAB-Taste ins nächste, bzw. mit SHIFT-TAB in das vorherige Feld. Viele Webdesigner scheinen diese sehr zeitsparende Navigierung nicht einmal zu kennen. Wie sonst ließe es sich erklären, dass der Cursor beim Drücken der TAB-Taste in vielen Formularen willkürlich von einem Eingabefeld in ein beliebiges anderes springt, aber niemals in das, was man als nächstes erwartet? Dem User bleibt hier nur die Möglichkeit, entnervt für jeden Feldwechsel die Maus zu bewegen ... oder auf das Eingeben seiner Daten gänzlich zu verzichten und die Homepage zu boykottieren.
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